Hätten Sie's gewusst? Werden Astronauten im All wirklich größer?

Die Antwort auf diese Frage hat Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer: "Im Weltall gelten ganz eigene Regeln, sogar für Menschen. Eine davon lautet, dass der Körper zu wachsen scheint. Aber ist dem wirklich so? Tatsächlich werden Astronauten in den ersten 24 Stunden im Weltraum um durchschnittlich fünfeineinhalb Zentimeter länger. Dies liegt daran, dass die Schwerkraft fehlt und sich damit die Bandscheiben ausdehnen. Allerdings ist dies kein Zustand von Dauer.

Sobald Astronauten wieder auf die Erde zurückkehren, schrumpfen sie auf ihr Normalmaß zurück. Die Schwerelosigkeit hat aber noch weitere Auswirkungen auf den Körper. Astronauten bekommen innerhalb kurzer Zeit dünne Beine und ein dickes Gesicht, da das Blut in Richtung Oberkörper und Kopf wandert. Auf der Erde hingegen zieht die Gravitation das Blut wieder herunter in die Beine. Gerade lange Aufenthalte im Weltraum haben aber noch weitere Auswirkungen auf den Körper.

Forschende aus Deutschland, den USA und Kanada haben herausgefunden, dass sie die Knochenstruktur zum Teil irreparabel schädigen und damit Teile des Skeletts um bis zu zehn Jahre vorzeitig altern lassen. Darüber hinaus scheinen Aufenthalte in der Schwerelosigkeit menschlichen Herzmuskelzellen nicht zu bekommen. Eine entsprechende Studie dazu hat unter anderem Störungen der Kontraktion festgestellt, die laut den Forschern auf eine beschleunigte Alterung hindeuten. So faszinierend das All auch sein mag, so schwerwiegend sind auch die zum Teil gravierenden Auswirkungen auf den menschlichen Körper." (Barmer)

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